OSTCONSULT     Osteuropa-Aussenwirtschaftsberatung
Trotz Krise....
Der Markt
Wir über uns....
Unser Service
Chancen+Risiken
Macht für "Blau"
Fakten+Statistiken
English version
Pycckii
Kontakt-Formular

 

 

UKRAINE – Auswirkungen der internationalen Finanzkrise
Das Land hat sich in den vergangenen Jahren in eine hohe Abhängigkeit von Auslandskrediten begeben. Die Banken in der Ukraine verfügen in der Regel nur über sehr geringes Eigenkapital. Sie nahmen in großem Stil Kredite auf den europäischen Finanzmärkten auf und verliehen diese im zinsträchtigen und boomenden Privatkreditgeschäft des ukrainischen Binnenmarktes. Mit dem Beginn der internationalen Finanzkrise gerieten die meisten ukrainischen in Probleme, ihre Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen, vor allem europäischen, Banken zu begleichen.
Inzwischen mussten sich bereits drei der größten ukrainischen Banken aufgrund akuter Liquiditätsengpässe direkt unter die Kontrolle der Nationalbank der Ukraine (NBU) stellen. Und in der Kombination mit der latenten innenpolitischen Krise und außenpolitischem Druck können die Finanz- und Wirtschaftsprobleme sich durchaus zu einer existenziellen Staatskrise ausweiten.
Nach den ersten Anzeichen von möglichen Schwierigkeiten bei den Banken erfolgte ein Run auf die Sparguthaben in ukrainischer Währung und ein Umtausch in Dollar und Euro. Die NBU hatte zwar nach der Bankenkrise von 1998 in den folgenden Jahren umsichtig ein größeres Devisenpolster geschaffen. Aber sie sah sich gegen Ende Oktober mehrfach gezwungen, ihre Devisen-Reserven zur Stützung der Liquidität und der einheimischen Währung Grivna (UAH) einzusetzen. Dieses führte zu einem drastischen Schrumpfen der Devisenreserven der ukrainischen Nationalbank.
Gleichzeitig brach der ukrainische Aktienmarkt nahezu vollständig zusammen, was zur Schließung der Kiewer Börse führte. Die Folgen des Börsen-Kollapses für die Ukraine halten sich aufgrund der im Vergleich zu anderen Ländern geringen Bedeutung des Aktienmarkts jedoch in Grenzen.
Trotz der vorausschauenden und klugen Politik der NBU wirkte sich die im Verlauf der Krise erfolgte Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Ukraine durch die mehrere internationale Ratingagenturen aufgrund des hohen Risikos fatal aus. Nahezu zeitgleich mit den ebenfalls stark betroffenen Ländern Island und Pakistan rief die ukrainische Regierung vor diesem Hintergrund den Internationalen Währungsfond (IWF) um Stabilisierungskredite in einem Unfang von 16,5 Mrd. US-Dollar an. Die an weitgehende Auflagen gebundene Kreditzusage des IWF erfolgte mittlerweile und es wurden erste Tranchen an die NBU überwiesen. 
UKRAINE – Ökonomische Folgen der Krise
Die ukrainische Wirtschaft ist stark auf ausländische Kredite und einen Exportabsatz vornehmlich von Eisen und Stahlprodukten angewiesen und dürfte durch die Verteuerung der Kredite und den Rückgang der Stahlnachfrage stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Im zentralen Sektor des Stahlexports erfolgte bereits seit Juli 2008 ein deutlicher Rückgang der Nachfrage und der Preise.
Die Ukraine ist bislang weitgehend von Energierohstoffimporten aus Russland, Kasachstan und Turkmenistan abhängig und auch für 2010 ist von einem erneuten deutlichen Preisanstieg für Gas- und Ölimporte aus den genannten Ländern auszugehen. Dadurch könnten die negativen Auswirkungen auf die ukrainische Stahlwirtschaft aber auch andere vor allem energiekostenintensive Wirtschaftszweige bestehen bleiben.
Das stete Wirtschaftswachstum seit der Krise von 1998 mit beeindruckenden jährlichen Zuwachsraten zwischen sieben und zwölf Prozent dürfte sich somit sehr deutlich verlangsamen.  Neben der Stahlbranche ist vor allem die Bauindustrie aufgrund des plötzlichen Versiegens der Kreditzuflüsse betroffen. Dieses führte unter anderem zu Problemen bei der Bautätigkeit rund um die Vorbereitung der Fußball-Europameisterschaft von 2012.
UKRAINE – Wirtschaftsentwicklung in 2009 und Aussichten für 2010
Insgesamt kamen die sich zu Jahresbeginn 2008 bereits angedeuteten Wachstumsprobleme der ukrainischen Wirtschaft durch Reformstau aufgrund politischer Instabilität, durch fallende Metallpreise sowie unsichere Rohstoffpreise wegen der internationalen Finanzkrise beschleunigt und verstärkt zum Tragen. Der IWF ging in seiner Prognose vom Sommer 2008 noch davon aus, dass sich das Wachstum von rund 7,5 Prozent im Jahr 2008 auf nur noch 2,5 Prozent im Jahr 2009 verlangsamen und dass erst im Jahr 2010 eine Erholung eintreten würde. Tatsächlich brach die ukrainische Wirtschaft ab dem Herbst 2008 deutlich im zweistelligen Prozentbereich ein. Anfang 2009 stand das Land vor dem finanziellen Abgrund und nur durch die Gewährung eines rund 16,5 Mrd. US-$ umfassenden Stützungskredites von IWF und Weltbank gelang es, die drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Bis zum Ende des Jahres 2008 betrug der industrielle Produktionsrückgang in der Ukraine -3,1%. Noch schlimmer kam es 2009, als der industrielle Produktionsrückgang sogar -21,9% erreichte. Von Herbst 2008 bis zum Jahresanfang 2010 verlor die Landeswährung Griwna (UAH) rund 80 % ihres Wertes gegenüber der Weltleitwährung US-$. Und im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, die ja gleichfalls von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen sind, reduzierte sich die Inflation bis Ende 2009 nur auf einen Wert um die 12%.   
Die unberechenbaren politischen Rahmenbedingungen bei zuletzt sogar noch steigender Korruption veranlassen ausländische Investoren bereits bei den ersten Krisenanzeichen zum Rückzug. Ein auch längerfristig höher eingeschätztes Kredit- und Investitionsrisiko erwies sich denn auch als einen empfindlicher Dämpfer für die Modernisierung des Landes und die Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme eines wirtschaftlichen Aufschwungs.
Aber genau die Wirtschaftskrise in der Ukraine bietet westlichen Unternehmen auch eine realistische Chance in dem Land gute Geschäfte zu tätigen. Dieses gilt vornehmlich für den Warenabsatz von Investitionsgütern und mehr noch für den Warenbezug. Derzeit in der Ukraine an den Aufbau einer Produktion zu denken, empfehlen wir nur in bestimmten Wirtschaftsbereichen.
Es gibt Wirtschaftsbereiche in der Ukraine, in welchen unaufschiebbare Investitionen anstehen. Dieses gilt in erster Linie für den Auf- und Ausbau aller Arten und Größen von regenerativen Energieanlagen und Systemen zur Energieeinsparung. Des Weiteren gilt dies für den Aufbau bzw. die Modernisierung von Anlagen der Agrarwirtschaft, der Nahrungsgüterherstellung sowie der exportorientierten Industriezweige Metallurgie, Holz und Textil.
Hier bieten sich jetzt und künftig auch gute Geschäftsmöglichkeiten für kleinere und mittlere Unternehmen aus Deutschland, ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem ukrainischen Markt abzusetzen bzw. zu günstigen Bedingungen zu beziehen. Durch eine gute und gewissenhafte Vorbereitung und Umsetzung solcherart Geschäfte kann das Risiko dabei auch weitestgehend minimiert werden.
Die Aussenwirtschaftsberater, Juristen, Ingenieure und Auditoren der Sozität OSTCONSULT mit vieljährigen Kenntnissen und Erfahrungen der Gepflogenheiten des ukrainischen Marktes, vertraut mit der ukrainischen Mentalität und über die notwendigen Verbindungen zu Entscheidungsträgern aus Politik und Administrationen verfügend, stehen Ihnen dabei zur Verfügung. 

__________________________________________________________________________________________________________

Quelle:   BIP-2000 - 2008. Ukrainisches Statistikkomitee;  http://www.ukrstat.gov.ua              

 

OSTCONSULT- Ukraine-Aussenwirtschaftsberatung  | ost@ostconsult.de